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Meine Heimat, das Wieslauftal

liegt nordöstlich von Stuttgart am Rande vom Welzheimer Wald / Schwäbischer Wald. Das Tal selbst, zweihundertfünfzig Meter über Null. Landschaftlich gesehen ist es ein kleiner Schwarzwald. Die Gegend ist wie fast überall im Schwabenland buckelig und bergig, das Klima aber immerhin noch so warm, dass an den Südhängen bis ca. 1900 Weinbau betrieben wurde. Durch eine Krankheit, die man damals noch nicht bekämpfen konnte, mussten alle Weinberge gerodet werden. Es muss ein trockener, herber Wein gewesen sein. Man kann sagen, dass es klimatisch gesehen, die Obergrenze für den Weinbau ist.


Das erste Moto-Cross Rennen für den DKW Rennstall war ein bayrischer Meisterschaftslauf in Königsbronn bei Augsburg.

DKW hatte neue Fahrwerke für alle Motorräder konstruiert und auf den Markt gebracht. Das waren Rahmen mit Hinterradschwinge, guten Teleskopgabeln, Sitzbänke mit hoher Sitzposition usw..
Am Montag nach dem Rennen sagte der Meister der Sportabteilung, Herr Mathay: " Dr semmelblonde Osterle hot ois zam gfohrn." Ich hatte die Klasse bis 175ccm und den Sonderlauf gewonnen. In der 250 ccm Klasse war ich Zweiter, in der Klasse bis 350 ccm Dritter. Das war für die "Herren-Fahrer", die dort schon ein paar Jahre den Ton angaben, fast etwas zu viel.
Cornelia Froboess

Der Bürgermeister überreichte mir den Siegerkranz für den Tagessieg und danach die Conny den Kranz für die Deutsche Meisterschaft. Sie gab mir auch ein Küsschen auf die Wange. Mmmm, das fein, habe mich an dieser Stelle wochenlang nicht mehr gewaschen. Dann kam allerdings der große Clou. Man setzte mir die Cornelia Froboess, den Sängerstar, sie war damals fünfzehn Jahre alt, auf Motorrad, und ich sollte eine Ehrenrunde mit ihr fahren. Ich schaffte es, sie über das Bergauf Bergab der Rennbahn über die Runde zu bringen. Das Volk hatte natürlich seine Freude daran. Ich saß fast auf dem Tank, sie auf dem Sitz und irgendwo hatte sie sich den Schuh etwas verbrannt, auf dem Foto sieht man es deutlich wo. Es gab doch keine Fussraste für sie. Sie musste sich natürlich an mir festhalten. Mir ist es ganz warm geworden. Heute denke ich: "Das war ein Risiko für den Veranstalter." Wenn diesem Star etwas passier wäre? Kaum auszudenken. Bei dieser Ehrenrunde hatte ich wirklich Angst und war immer übervorsichtig, aber es es war ein schönes Erlebnis.


      1956 von Kyritz bei Potsdam zurück

Auf der Heimfahrt von diesem erlebnisreichen Rennen hatten wir noch ein Problem mit dem DKW- Kastenwagen. Der Wagen hatte Vorderradantrieb und Fontmotor. Das Saugrohr an dem Zweitakt-Motor war am Flansch zum Zylinder abgebrochen. Man hatte den Vergaser mit dem Saugrohr in der Hand. Das ganze hing nur noch am Benzinschlauch und dem Gaszug.
Was taten wir? Das Saugrohr ging nach vorne, so suchten wir ein Stück Holz, klemmten diese zwischen Karosserie und Saugrohr. Der Motor lief wieder. Das Problem war nur, wenn eine starke Bodenwelle oder ein Loch in der Fahrbahn war, dann fiel das Ganze auseinander. also raus, Holz wieder einklemmen, Haube vosichtig zumachen und weiter ging es. Auch da bekamen wir Routine. Auf alle Fälle sind wir nach Hause gekommen.